Mombasa oder die Welt

Jürgen Jesinghaus
Mombasa oder die Welt
Roman

372 Seiten, gebunden
ISBN 9783905960129
€ 21.50 (D)
€ 22.10 (A)
CHF 39.90

Jürgen Jesinghaus, der Autor des Romans „Nikolaus, der Mann aus Myra“ und des Berlin-Romans „Mauerstreifen“, befasst sich in seinem neuen Werk wiederum mit einem Menschen, der seine Stellung im Leben sucht – das Generalthema des Autors: Wie winde ich mich aus beengten Verhältnissen in einen Raum größerer Freiheit? Wie stehe ich der Welt gegenüber und wie sieht sie mich an? Welche Fesseln bleiben mir auferlegt und welche muss ich abschütteln? Und wer bin ich dann? Solche Fragen trägt der Protagonist Philipp Radebusch nicht auf der Zunge. Ja, er stellt sie nicht einmal, aber er handelt so, als wären sie im gestellt worden.

Philipp Radebusch, zweiter Sohn eines Betriebselektrikers aus dem Rheinland, lernt Kellner in Oplyr (einem fiktiven Ort zwischen Bonn und Brühl). Die ihm zugedachte Lehrstelle genügt ihm nicht. Darum besucht er ein Abendkolleg in Bonn. Nach dem Abitur studiert er Nautik in Bremerhaven. Es verschlägt ihn nach Hamburg in das Büro eines Klarierungsagenten. In Rotterdam beginnt seine abenteuerliche Reise auf einem Seelenverkäufer in den Indischen Ozean, zuerst an die Küste Pakistans, später an die Küste Kenias – nach Mombasa. Er gerät in äußere Verwicklungen um Waffenschieberei und Medikamentenfälschung. Er stürzt in innere Verwicklungen um Pflicht und Liebe. Starke Frauen, denen er begegnet, sind Johanna, die Mutter seines Sohnes, Mwana Mkisi, eine kenianische Ministerin, die in Bonn studiert hat, und Subira Rafiki, genannt „Marp“. Zwischen ihnen und Männern wie Daniel Spielstein, Beat Imhof und Sefu Amiri alias „OTH“ wird er geformt, wie ein Rohling zwischen Walzen gebogen, aber nicht gebrochen.

Warum Mombasa? In Mombasa manifestiert sich die Welt ebenso gut wie in Oplyr, einem rheinischen Kaff. Warum dann nicht Oplyr oder Bonn oder Bremerhaven? Weil es gleichgültig ist. Daniel Spielstein, der atheistische Talmudist, würde sagen: Die Einwohnung der Welt ereignet sich in jedem Menschen und an jedem Ort, also auch in Mombasa, mit dem der Autor (obwohl Realist) romantische Vorstellungen verknüpft, zum Beispiel die Vorstellung friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Neu: Flieh zu den Sternen

„Flieh zu den Sternen“ lautet der Titel des Romans, den der Dormagener Autor Eduard Breimann in diesen Tagen vorstellt. Sein Verlag, das Schweizer Unternehmen Universal Frame, hat das Buch als Taschenbuch herausgebracht. Es hat einen Umfang von 376 Seiten und kostet 14,95 Euro. Bestellbar in allen Buchhandlungen mit der ISBN 9783 9523 56289.

„Rund zwei Jahre hat die Arbeit an diesem Buch gedauert“, so der Autor. „Darin steckt natürlich der Zeitaufwand für intensives Recherchieren. Es ist halt meine Maxime: Wenn Fakten in einem fiktiven Roman angeführt werden, dann müssen sie stimmen.“

Der Autor zum Buch: „Missbrauch von und an Kindern und Jugendlichen, ob durch körperliche Gewalt oder in Form von sexuellen Übergriffen, ist ein abscheuliches Vergehen. Diese Kinder und Jugendlichen werden traumatisiert, leiden oft ihr ganzes Leben lang unter den Folgen. Im Jahre 2010 wagten es einige Menschen, den Missbrauch, der ihnen als Kinder angetan worden war, öffentlich zu machen. Sie traten eine wahre Lawine los. Einer nach dem anderen suchte und fand den Weg in die Öffentlichkeit. Und die reagierte, angefacht durch nahezu sämtliche Medien. Dabei, das lag an der Zahl der Opfer aus Klosterschulen, Kirchen und kirchlichen Einrichtungen, schaute alle Welt auf den Missbrauch in der katholischen Kirche. Leider ging dadurch etwas fast total unter: Der Missbrauch in der Familie, im Umfeld dieser „Burg“, in der Kinder eigentlich geschützt, unangreifbar sein sollten. Gerade hier ist die Dunkelziffer enorm hoch. Was sicher seine Gründe hat. Welches Kind verklagt seinen Vater oder Onkel? Welche Familie geht mit der „Schande“ zum Staatsanwalt? Die Betroffenen, die missbrauchten Kinder, haben keine Chance. Sie dürfen keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, leiden zudem mehr als andere unter dem Trauma der versagenden Familie.“

Breimann betont aber auch: „Es ist kein Zufall, dass dieser Roman den Missbrauch dieser Kinder thematisiert – es ist aber Zufall, dass nach zwei Jahren Vorarbeit das Buch in der Hochphase der Diskussion über den Missbrauch von Kindern erscheint.

Zum Inhalt des Buches: Am Anfang steht der Rat eines Freundes: „Lebensregel: Wenn du diese Scheißangst hast, dann lauf weg.“ Der 13-jährige Nick, ein notorischer Schulschwänzer, rennt nicht nur physisch davon, wenn ihm immer wieder unsägliche Dinge geschehen und er wegen eines an sich belanglosen Körperschadens gekränkt wird, auch sein Geist entflieht der unerträglichen Realität; er sucht Zuflucht auf einem erdachten Stern. Hier findet der Junge Trost durch Freunde und Beschützer, die ihn vor dem Zerbrechen bewahren. Die Verhältnisse in denen er aufwächst sind katastrophal. Seine Mutter trinkt und geht anschaffen, sein Stiefvater, ebenfalls Trinker und arbeitslos, verkauft ihn immer wieder an einen Kinderschänder. Halt findet er später in der Freundschaft zu dem zwei Jahre älteren Janosch, mit dem er sich eine Zuflucht im Keller eines Abbruchhauses schafft.

Als er sich auf drastische Weise seines Peinigers entledigt, tritt eine grundsätzliche Wende in seinem Leben ein. Die Einweisung in ein Heim, vor der er sich immer gefürchtet hatte, bietet ihm aber die Möglichkeit, nicht nur seine Vorurteile abzubauen, sondern auch – trotz zahlreicher Komplikationen – zu einem liebenswürdigen jungen Mann heranzuwachsen, der den richtigen Beruf und wohl auch die Partnerin fürs Leben gefunden hat.

Quelle: Dormago-Portal, 24.0402010

Mauerstreifen (oder Berlin im Herbst 1990)

Neu im Herbst 2009

Von von Jürgen Jesinghaus, “Mauerstreifen (oder Berlin im Herbst 1990)”
Roman

9783952298190


Covertext:
Mauerstreifen – das ist nicht mehr die Berliner Mauer, aber immer noch die erkennbare Schneise in der ehemals geteilten Stadt. Der Roman spielt kurz nach der Wiedervereinigung, also nach einem Ereignis, das mit „Wiedervereinigung“ schlecht umschrieben ist (einer Bezeichnung, die auf juristische, auf finanz- und bündnispolitische Neuerungen hinweist) und besser „Annäherung“ genannt zu werden verdient. In der Handlung, die auch, aber nicht nur eine Kriminalgeschichte ist (in der sich der Kalte Krieg ein letztes Mal offenbart), begegnen sich Menschen voller Vorurteile, reiben sich aneinander, schleifen sich ab und bereiten sich so – mehr getrieben als planmäßig – auf ein Zusammenleben vor. Der „Held“ des Stückes, kein Held, ein Niemand, aber kein Dummkopf, empfindet die vier Tage der Annäherung als Alb und Lust, als Wechselbad der Gefühle – und als Chance zu einer Karriere, die ihm nicht zusteht, aber zufällt. Auch die Erotik kommt nicht zu kurz, weil der Anti-Held sich gelegentlich, wie ein Fisch im Wasser, von seinem Schwanz lenken lässt.

Wachzetteltext:
Jürgen Jesinghaus, der Autor des Nikolaus-Buches (das auch von jemandem handelt, der seine Position im Leben sucht), befasst sich hier erzählerisch mit einer Zeitspanne zwischen der Nachkriegszeit als Ära der Hegemonialmächte USA und UdSSR und einer im Dunkeln liegenden, für die es noch keine Schlagwörter gibt. Die Zwischenzeit wird empfunden als (wie es im Roman heißt) Auge des Orkans, akustischer Schatten, Meer der Stille, Insel der Seligen und Arsch der Welt. Der Autor weiß, worüber er spricht, denn er war zu jener Zeit in Berlin und hat sich auch später mehrere Jahre dort aufgehalten und die Stadt der Widersprüche (die „Stadt ohne Form“, wie ein Architekt sie nennt) lieben gelernt. Der Text ist eine Liebeserklärung an Berlin (aber der Leser wird es kaum bemerken).

von Jürgen Jesinghaus
Mauerstreifen (oder Berlin im Herbst 1990)
Roman
Verlag Universal Frame
September 2009
Gebunden, 395 Seiten
14 x 22 cm
ISBN 978-3-25952298190

Die Fenstergucker

von de Ginder, Die Fenstergucker, Beobachtungen auf Hessisch

Im Covertext heisst es:
Für ein altes, eingespieltes Paar, ist der eigene Fensterplatz
die ideale Loge, über Façetten des Lebens zu philosophieren.
Lesen Sie hier, wie de Ginder den Nerv der Zeit trifft und lernen Sie Hessisch, denn es lohnt sich zu erfahren, wie so der Nagel auf den Kopf getroffen wird.
Diese Ansichten über Dönerfresser, Schwarzawweider, Erwwe, Juchendliche und
vieles mehr, kitzeln den Lachreiz und sind Wahrheiten, die nachdenklich stimmen.

Leseprobe “De Dönerfresser

Sie: Gugg der die Dreckbande an. Vorne bei dene Terke die Döner kaafe und hier die Alufolie und die Serviette hieschmeisse.
Er: Saubande, als könnte die ihr’n Abfall ned bis zum nächste Müllaamer traache

Sie: Ei des mache die doch extra
Er: Provoziern haasd bei dene des Stischwort

Sie: Un die soll’n ämol unser Rente finanziern
Er: Ja dann guud Nacht Rente

Sie: Ham mir sowas gemacht, als mir jung warn?
Er: Nee du, awwer do gab’s jo aach noch kaa Dönerläde

Sie: Ja ham mir dann üwwerhaupt ämol irschend was uff de Bode geschmisse?
Er: Gar nix, mir ham halt noch gewußt, was Aastand iss

Sie: Gugg der se aa, wie se aach ärumlaafe, Hose drei Nummern zu groß, Tornschuh und die Kapp verkehrt ärum uff
Er: Die sinn zu doof ä Kapp rischdisch uffzusetze

Sie: Un wenn’s dunkel werd, werd die Sprühdos ärausgeholt un alles besprüht, was ned weglaafe kann
Er: Wenn die wenigstens Kunstwerke schaffe däde, awwer die Kritzele ja nur ärum
Sie: Do gugg, äm Grimm Peter sein Älteste
Er: Der had noch immer kaa Stell gefunne

Sie: Gugg der’n doch aa, dädst du den eustelle?
Er: Isch däd doch kaan eustelle, der hunnert Ring am Ohr had

Sie: Der sollt sich ämol beim Ringcenter bewerwwe
Er: Ned ämol do däde die den nemme

Sie: Do gugg, do kimmt schon wiedder so en Döner-
fresser
Er: Kannsde direkt druff warte, bis der seun Abfall uff’n Bode schmeisst

Sie: Gugg, wos mescht der dann jetzt?

Er: Wos mescht dann der an unsere Mülltonn?

Sie: Des gibt’s doch ned, der schmeisst sein Dreck bei uns in die Mülltonn
Er: Heh, sie da!

Dönerfresser: Was?
Er: Sie, des geht ja ned, daß sie ihr’n Dreck in unser Müllttonn schmeisse!

Dönerfress: Leck mich!
Er: Wart, dir geb isch gleisch!

Sie: Freschheit!
Dönerfresser zeigt Stinkefinger und geht weiter

Er: Haste des gesehe?
Sie: Des gehört aagezeischt!

Er: So ä verkommenes Subjekt
Sie: Drecksack

Die Fenstergucker
Beobachtungen auf Hessisch
von de Ginder

Verlag Universal Frame
September 2005
Taschenbuch
95 Seiten
Grösse: 18.8 x 12 x 0.8 cm
ISBN 978-3952298121
Euro 11.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Die Fenstergucker, Beobachtungen auf Hessisch


Die schwarze Katze

von Eduard Breimann “Die schwarze Katze”, acht Erzählungen

Im Covertext heisst es:
Eduard Breimann erzählt uns von Mördern, Asylanten, Scheinheiligen und Folterern, aber auch von alltäglichen Beziehungen, alten und jungen Menschen, wie du und ich, immer mit einem Realismus der unter die Haut geht.
Diese beste Gegenwartsliteratur spiegelt die Welt in der wir heute leben schattenlos wieder und nimmt uns mit rührender, intensiver Wehmut gefangen.

Leseprobe aus B-Zelle:
Dat Auge da oben in der Ecke. Scheiße! Da sitzt einer im Aquarium und guckt mir dat Fell weg. Mann, Paul – denk nich’ dran; nich’ hingucken – tu so, als wär’s nich’ da. Dat Scheißding kann mich mal … Et glotzt! Et hört nich’ auf, mich anzustieren; diese glitzernde Scheibe – verdammt; ich mach’ einfach die Augen zu.

Die meinen wohl, sie könnten mich platt machen? Nee, nich’ den Paul. Den nich’. Da habt ihr euch verdammt vertan, dat is’ man sicher. Stemm’ meine hundertzehn Kilo gegen euch Hanswürste. Könnt mich ruhig piesacken – mir macht dat nix. Paul is’ härter als ihr alle zusammen. Diamanthart, sagen meine Kumpel. Also, schau’n wir mal, wer den längeren Atem hat.

Et glotzt und glotzt. Wat soll dat eigentlich? Die seh’n doch immer dat selbe Bild; kann ja hier keine Zirkusvorstellung abgeben. Paff! Ich schieß euch ins Auge, ihr Spanner. Da sitzen die in ihrem Aquarium, saufen Kaffee und lachen sich ‘nen Ast über den nackten Knacki.
Die Lampen sind irre hell. Die links, die knackt wie’n Pistolenschuss – so laut. Oder hört dat sich in der kleinen Zelle nur so an? – Kann auch sein. Egal. Is’ ja völlig leer die Zelle – darum. Alle zehn Sekunden knackt die.
Können alles sehen, diese Spanner, diese grünen Spanner. Ob wohl Weiber dabei sind? Bestimmt kommen die Wachteln alle Stunde und beglotzen mich. Oh, verdammte Scheiße! Ich lieg hier in der Papierunterhose, hab’ sonst nix an. çKahle Brust mit Fliege‘ haben wir früher immer gesagt. Soll’n sie glotzen. Macht mir nix.

Bin doch tatsächlich eingepennt; hätte ich nie für möglich gehalten bei der harten Unterlage. Scheiße! Wie lange hab ich gepennt?
Et glotzt und glotzt. Ich streck denen gleich die Zunge raus. Würd’ den Spannern ja gern’ den Vogel zeigen.
Blöde Lampe – knackt immer noch. Hört die nie auf? Macht mich wahnsinnig, dat Scheißding.
Mensch, ob’s schon Nacht is’? Neonröhren, kein Fenster. Wie in einem Bunker. Ha! B-Zelle heißt dat nich’ umsonst – Bunker-Zelle. Harald, dieser abgebrochene Daktari sagt ja immer, dat hätt’ wat mit dem Immunsystem zu tun. Ha, wat haben wir gelacht. Immun wirste hier vielleicht auch – gegen alle Schikanen der Welt. ’Ne Beruhigungs-Zelle ist dat bloß für die Grünen.
Scheiße, mein linker Arm is’ ganz verdreht. Die Fesseln sind verdammt eng; hab die wohl im Schlaf verkantet. Der Rücken schmerzt. Die Decke is’ elend rau und hart – liegt ja auch direkt auf’m Beton. Wer mich jetzt wohl beobachtet?
Wie spät mag dat sein? Wann haben die mich eigentlich weggeschlossen? Warte mal! Dat muss so gegen zehn gewesen sein – oder…? Verdammt! Hab schon kein Zeitgefühl mehr. Wat soll dat noch werden? Die Kumpel sagen, du weißt nich’ mehr ob Sommer oder Winter is’. Aber mir soll’s egal sein. Sommer oder Winter, Tag oder Nacht; wat macht dat schon? Hab’ ich nix mit am Hut. Paul kriegt ihr damit nich’ klein.
Mann, wat bin ich müde! Sollen die doch glotzen – ich penn’ mir noch eins. Geht alles besser im Schlaf. Glotzt man schön. Hoffentlich hört die Knackerei da oben bald auf.
Kann nich’ pennen, Mist! Überall juckt’s mich. Und diese beknackte Lampe. Geh endlich kaputt, du Sauding. Glotzt nich’ so blöde, ihr Arschlöcher im Aquarium.
Leg’ meinen Kopf mal auf die linke Seite, würd’ ja gerne ganz links liegen – wie sonst immer. Die Mist-Fußfesseln lassen ja kaum ‘ne Bewegung zu. Ah, der Rücken. Und kalt is’ mir. Keine Decke – hab’ nichts an, außer diesem Papiermistding. Die spinnen, verdammt! Nich’ zittern, hat mein Kumpel gesagt, sonst frierste noch mehr.
Ach du grüne Scheiße! Wat is’ denn dat? Dat darf doch nich’ wahr sein. Ein Loch als Klo. Nich’ mal ‘nen Bello. Da haben sie nich’ von gesprochen, meine Kumpel – na warte! Mann, wie soll ich denn da drauf … Dat spritzt doch an die Beine. Kein Wasserhahn. Sauerei! Bin doch kein Franzose. Ich guck lieber nach rechts, dann seh’ ich dat Scheißloch wenigstens nich’.
Die Knacklampe macht mich noch wahnsinnig. Wenn ich die Knackerei mitzählen würde, hätt’ ich ‘ne Uhr. Ich lach’ mich tot! Mann, is’ mir kalt. – He, wat tut sich denn da? Ich fass et nich’! Auch dat noch! Mist, dat kommt von der Kälte. Ich muss! Ich muss! Oh Gott – oh Gott! Scheiße! Scheiße!
Lange kann ich dat nich’ mehr anhalten – ich kenn’ mich doch, dat wird ganz schnell immer schlimmer. Wie kann ich denen dat bloß sagen? Kann ja nich’ mal meine Arme richtig bewegen. Ich versuch’s mal mit der Hand. Sieht keiner, oder? Blöde Glotze, jetzt könnteste mal wat von mir rüber bringen.
Ich kann bald nich’ mehr. Beine zusammen kneifen. Luft anhalten. Hilfe, ich will mich nich’ bepinkeln. So wollt ihr mich klein kriegen, ihr Feiglinge? Mist, verdammter!

He, Grüner, wo kann ich hier auf Ampel geh’n? Alarm is’ hier wohl nich’, oder? Mensch, helft mir doch! Kopf hoch heben, ja. So, jetzt guckt mich gefälligst an. Ich sprech’ jetzt zu euch Arschlöchern – ganz langsam, dann könnt ihr’s von den Lippen ablesen. ICH MUSS. ICH MUSS. IHR ARSCHLÖCHER! ICH MUSS!

Die schwarze Katze
Erzählungen
von Eduard Breimann

Verlag Universal Frame
November 2004
Taschenbuch
128 Seiten
Grösse: 18.8 x 12 x 0.8 cm
ISBN 978-3952298107
Euro 11.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:

Der Tod hat ein Gesicht

von Eduard Breimann “Der Tod hat ein Gesicht”, Erzählungen

Seite in Bearbeitung

Im Covertext heisst es:
Auch in seinem zweiten Band schildert Eduard Breimann mit grosser Intensität Probleme, die uns allen geläufig sind und auf eine zu Herzen gehende Weise dargestellt und vertieft werden. Hier geht es um eine SS-Vergangenheit, die Folgen falschen Handelns, Erziehungsprobleme, die längst der Vergangenheit angehören sollten, um die Ausgestossenen unserer Gesellschaft, seien es Penner oder HIV-Infizierte. Es sind wieder meisterhaft behandelte Themen unserer Zeit.

Leseprobe aus “Nur ein Kuss”:
„Kennst du den, wo der Neger sagt, er wolle ins Guinness Buch der Rekorde?“
„Nein, womit denn?“, fragte August Blech.
„Er legte ein Attest vor, in dem stand: Garantiert HIV-frei!“
Ein brüllendes Gelächter belohnte den Erzähler und August Blech stand auf. „Na dann, bis später“, sagte er zu Paul, nahm den zweiten Apfel und zog mit den Männern ab.
Paul aß seinen Käse, wischte mit dem letzten Brotstück den Tellerrand sauber und ließ sich ein Glas Wasser geben. Der Rücken schmerzte und die Beine zitterten so stark, dass er sie zusammen drückte. Im Nacken spürte er den Schweiß, der von den Haaren perlte.
„Geht’s dir gut, Paul?“ Peter setzte sich zu ihm und stellte einen Teller mit Braten und Kartoffeln auf den Tisch.
„Geht so – sind die Scheißmedikamente. Interessante Leute hast du eingeladen. Alle Achtung!“
„Viele wollen lieber was Rustikales essen – wie früher nach dem Krieg. Französisch ist out – essen mein ich!“, sagte er grinsend. Dafür sind Schweinebraten und Roastbeef wieder in. Die Weiber stehen allerdings mehr auf Fisch.“
„Ist sicher gesünder.“
„Und? Unterhältst du dich gut? Wie ist’s mit dem Minirock? Dein Kaliber?“
„Eher nicht. Versteh mich nicht falsch, Peter. Es geht nichts mehr.“
„Na, na! Was heißt das? Ein paar Jahre Afrika. – Na und?“
„Ich war krank; hab lange in der Klinik in Kumasi gelegen.“
„Weiß ich doch! Irgendeine Virusinfektion. Kriegt doch hier auch jeder mal.“
„Nicht jeder, sonst würden wir aussterben.“
„Hä?“ Er stierte Paul an, kaute an dem Fleischrand, das Fett schlich sich an seinem Kinn herunter und ein Tropfen fiel auf die Tischdecke.
„Peter! Hör zu! Ich hab mir da was eingefangen. Aber – bitte – du bist mein bester Freund. Ich bitte dich, halt´s für dich, ja? Ich hab mich angesteckt! Ich bin positiv getestet. HIV – du weißt, was das heißt. Bin unvorsichtig gewesen – einmal nur in der ganzen Zeit.“
„Du hast was? Spinnst du?“
„Nein, leider nicht. Inzwischen ist es ausgebrochen – schon sehr früh, nach knapp zwei Jahren. Ich habe Soor-Ösophagitis, sagen die Ärzte; ist eine Variante vom Aids!“
„Nein!“ Das halb zerkaute Fleischstück wurde deutlich sichtbar, als Peters Mund fassungslos offen hing. Paul ekelte sich und blickte auf seinen Teller.
„Doch. – Es ist so.“
„Aber – da läufst du einfach so rum? Musst du da nicht in Quarantäne oder so? Du bist doch ansteckend.“
„Ja, sicher. Aber kein Aidskranker kommt in Quaran-täne. Ich stecke niemanden an. Hör zu, Peter: Ich bin in Behandlung und mir bleibt noch etwas Zeit. Ich mach diese Haart-Therapie mit den neuesten Medikamenten. Deshalb bin ich zurück gekommen. Es ist sauhart; mir geht’s schlecht und ich hab niemanden, mit dem ich reden kann. Ich brauche ein normal reagierendes Umfeld, sagen die Ärzte. Sagen die so locker, als gab’s das auf dem Markt zu kaufen. Ich bin keine Gefahr – für niemanden.“
„Das sagst du so!“ Peter warf das Besteck auf das Fleischstück, schob den Teller weg und betrachtete seine Hände. „Entschuldige! Muss mal eben zum Klo.“
Paul blickte ihm nach und wischte sich den Schweiß aus dem Nacken. Der Lärm rundum war wieder stärker geworden, seitdem fast alle ihre Teller leer gegessen hatten. Der Klavierspieler klimperte lustlos; Paul sah, dass er immer wieder zum Buffet schielte.

„Hör zu, Paul.“ Peter stand einen halben Meter vor dem Tisch und sah zu ihm herunter. „Meinst du, dass es richtig ist, zu Partys zu gehen, als wenn nichts wäre? Bist du nicht zu krank dafür?“
„Nein, bin ich nicht. Ich fühl mich wohl unter Leuten. Ich brauche etwas Ablenkung.“
„Ja, schon. Aber das ist doch gefährlich, Paul. – Wie lange hast du noch?“
„Wie meinst du das? Willst du wissen, ob ich auf deiner Party tot umfalle? Das wär das Ereignis des Jahres für deine Gäste, was? Sondereinlage zur Belustigung der VIPs bei Peter Bender. Aber ich kann dich beruhigen. Meine Kombinationspräparate bremsen den Verfall und ich halt´s noch ein paar Tage aus.“
„Okay, okay! Pass aber bitte auf, ja? Komm keinem zu nahe. Hab keine Lust auf Scherereien. Mach mir keinen Skandal, hörst du? Den kann ich wirklich nicht gebrauchen. Diese Party ist die wichtigste meines ganzen Lebens.“
Er ging weg, sah sich mehrfach sichernd um; sein Blick war rätselhaft. Er ging ins Foyer, blickte sich noch einmal um und war dann nicht mehr zu sehen.
Paul lehnte sich zurück und schloss die Augen; vernahm alle Geräusche intensiver und drängender. Als er es nicht mehr aushielt, öffnete er die Augen und sah Betty, die mit großen Schritten ins Bad stürmte. Sofort danach kam Peter ins Bild, blickte sich immer wieder um und verschwand hinter der selben Tür. Zwei Frauen gingen an Paul vorbei, musterten ihn neugierig.
„Hat der die schon informiert? Warum glotzen die sonst so?“, dachte er und blickte auf die Tischplatte. Seine Arme waren schwer und als er sich mit der Serviette den Mund abwischte, rutschte die Rechte kraftlos an der Brust herunter.
„Paul! Was erzählt Peter? Du hast was?“
Betty stand in gehörigem Abstand vor dem Tisch, die Hände in den Hüften. „Ich kann’s nicht glauben! Und dann kommst du hier her? Warte mal. Halt! Halt! Du hast mich geküsst! Oh, du mieses Schwein! Ich zeig dich an, ich verklag dich, du …“
„Nein! Ich hab dich noch nie geküsst. Auch heute nicht. Nur die Luft neben deinen Ohren. Außerdem ist das nicht ansteckend. Wir hatten weder Oralverkehr noch einen anderen Spaß miteinander. Oder?“
„Paul! Das ist kein Spaß!“
„Nein, wirklich nicht. Das versichere ich dir.“
„Wenn wir das gewusst hätten – das ist doch viel zu anstrengend für dich. Musst du dich nicht hinlegen? Soll ich dir ein Taxi rufen?“ Ihre Stimme hatte einen besorgten Tonfall angenommen und er sah die Lüge in ihren unsteten Augen.
„Das kann ich selber noch. Es ist nett von dir, dass du dich so um mich sorgst. Ich werde nicht mehr lange bleiben.“
„Kommen Sie mal her! – Sie! Ja, Sie! Und ein bisschen flott!“ Betty winkte einer Bedienung heftig zu. Das Mädchen kam mit schnellen Schritten und hielt Paul ihr Tablett hin.
„Nein, nein! Kein neues Getränk. Bringen Sie alles weg, was auf dem Tisch steht; Teller, Besteck, Servierte und Glas. Alles in den Mülleimer! Haben Sie mich verstanden? Alles sofort in den Müll!“
„Ja, natürlich“, sagte das Mädchen und blickte Paul fragend an. Sie war sehr jung, hübsch und hatte traurige Augen. Paul dachte an den Blick der sterbenden Anti-lope; es war seine letzte Jagd vor dem Ausbruch der Krankheit gewesen und das angeschossene Tier hatte ihn mit großen Augen abgefragt. Die Frage nach dem ‚Warum’ stand auch in diesen Augen.
„Ich fass es nicht! Du hast Aids, gefährdest uns und ziehst alle anderen Gäste auch damit herein. Uns – deinen langjährigen Freunden – tust du das an. Hat Peter dir nicht gesagt, wie wichtig diese Party für uns ist?“
Betty hatte das Mädchen völlig vergessen; sie existierte für sie nicht. Es stand wie angewachsen neben dem Tisch, schaute abwechselnd Betty und Peter an. Er sah, wie ihr Adamsapfel rauf und runter rutschte.
„Geh noch ein Stück zurück, Betty, damit ich dir nicht zu nahe komme. Ich steh jetzt auf; ich muss raus. Mir ist schlecht geworden bei deinem Anblick – und es könnte sein, dass ich dir auf deinen kostbaren Teppich kotze.“
„Nein!“ Sie atmete hörbar aus, machte tatsächlich einen raschen Schritt rückwärts; er stand auf und wollte zur Terrassentür.
„Bitte! Er steckt doch niemanden an. Bitte!“ Das Mädchen stellte das Tablett auf den Tisch und sah Betty an.
Bettys Kopf flog herum. Sie brauchte einige Sekunden um die Stimme, die Worte und die Sprecherin miteinander zu kombinieren.
„Also! – Was erlauben Sie sich? Schweigen Sie! Nehmen Sie den Abfall und machen Sie, dass Sie wegkommen. Sie hören noch von mir.“

Der Tod hat ein Gesicht
Erzählungen
von Eduard Breimann

Verlag Universal Frame
November 2004
Taschenbuch
139 Seiten
Grösse: 18.8 x 12 x 0.8 cm
ISBN 978-3952298115
Euro 11.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten

Erinnerung

1930 – 1955, Erinnerung an eine Jugend in außergewöhnlicher Zeit

Im Covertext heißt es:
Die „verlorene“ Generation, die zu Beginn des zweiten Weltkriegs ihr Leben in die eigene Hand nehmen wollte, kommt hier zu Wort.
Exemplarisch werden Zwänge und Entwicklungen, die ihr junges Leben fremdbestimmt beherrschten, beschrieben. Ihre Jugend hat sie dabei mit dem traumatischen Erlebnis des Krieges und der schlimmen Nachkriegszeit eingebüsst. Schicksalhaft wurden absolute Notwendigkeiten früh Bestandteil ihres Handelns

 

 

von Rut Hense
Erinnerung
1930-1955, Erinnerung an eine Jugend in
außergewöhnlicher Zeit

Verlag Universal Frame
September 2007
Taschenbuch
160 Seiten
Grösse: 20.8 x 15 x 1 cm
ISBN 978-3952298169
Euro 12.40 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Erinnerung: 1930-1935, Erinnerung an eine Jugend in außergewöhnlicher Zeit

Vom Zeitmass helvetischer Politik

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, im Herbst 2008 ist bei uns erschienen:

von von Alfred Wyser “Vom Zeitmass helvetischer Politik”

Textprobe (Einleitung):

Es lässt sich nicht leugnen: die Tempi politischer Veränderungen in der Schweiz variieren zwischen ‹andante› und ‹lento› und präsentiert werden sie, sollen sie möglich werden, ‹grave›, also ‹ernst› und ‹getragen›. Der tiefste Grund dafür ist wohl die Wesensart der Schweizer, vor allem, der alemannischen. Sie sind, wie man ihnen nachsagt, in ihren Entscheidungen weit mehr auf Sicherheit bedacht als etwa gar unbedacht, und wie ihre Rede, verglichen mit der Sprechkadenz im übrigen deutschen Sprachraum, gemächlich fliesst, so macht sich keiner beliebt, der ‹schnell fertig mit dem Wort› ist, schon gar nicht in der Politik.
Dieser Wesensart entsprechend haben die Schweizer von jeher ihre politischen Institutionen geschaffen, ihre höchsteigenen Formen der Demokratie, in der alten Eidgenossenschaft Landsgemeinde und Tagsatzung und Schiedsgericht für die friedliche Beilegung der häufigen Misshelligkeiten zwischen den Ständen, im Bundesstaat Zweikammersystem, Initiative und Referendum.
Die Staatsform, in der sich diese Institutionen entwickeln und erhalten konnten, musste föderativ sein, ein Staatenbund oder ein Bundesstaat. Aber die föderale Form des Zusammenschlusses der Orte in der alten wie der Kantone in der neuen Eidgenossenschaft entspricht nun ihrerseits kaum ‹schweizerischer Wesensart›, wohl aber positiver Erfahrung in einem politischen Umfeld, in dem zentralistische ‹Vorbilder› oder ‹Konkurrenten› zu Beginn der Bündnisbildung fehlten oder später ohne Aussicht gewesen wären.
Die föderative Staatsform erfordert nun aber ihrer Natur nach für politische Veränderungen mehr Zeit als die zentralistische. So wird einsichtig, dass föderale Staatsform und das Zeitmass helvetischer Politik einander durchaus entsprechen, ja sich, soll politisches Wollen gelingen, sogar gegenseitig bedingen. Und wenn die Bundesglieder, die foederati, zur Einstimmigkeit zusammenfinden oder zusammengeführt werden müssen, damit der Bund als Ganzes zum Handeln gelangen kann, steht fest, dass bis zur Reife des Bundes-, später des Volksentscheides, die Glieder das Zeitmass der Politik bestimmen. Die alte Eidgenossenschaft zerbrach schliesslich an diesem unbedingten Föderalismus, der für die Rechtsgültigkeit und ‹Allgemeinverbindlichkeit› eines Tagsatzungsbeschlusses Einstimmigkeit verlangte. Im Mai 1847 wurde mit dem liberalen Wahlsieg in St. Gallen die zwölfte Standesstimme zugunsten des Bundesstaates und damit des Mehrheitsprinzips in der Tagsatzung erreicht.
Die politischen Probleme, deren Gewicht für die zeitbedingte und zeitgemässe Entwicklung des Bundesstaates schliesslich den Entscheid von Volk und Ständen erforderte, verlangen immer auch einen Entscheid für ein Mehr oder Weniger Föderalismus oder Zentralismus. Es ist zumeist der Weg zu eben diesem Entscheid, der das Zeitmass für die Lösung der Probleme bestimmt.
An sechs Beispielen bundesstaatlicher Politik sei im Folgenden Weg und Zeitmass ihrer Verwirklichung in chronologischer Folge dargelegt, den beiden Verfassungswerken von 1848 und 1874, der AHV, der ‹Bildungsverfassung› von 2006, dem Frauenstimmrecht und dem Bau der Nationalstrassen.

Den Schöpfern des Bundesstaates hatte die Staatsklugheit verboten, das politische Gewicht seiner Glieder so zu mindern, dass sie von der letztlich entscheidenden Macht zu politischer Ohnmacht verurteilt wurden. Im Gegenteil, mit ihrer Vertretung im Ständerat und dem notwendigen Ständemehr für Verfassungsänderungen behielten sie eine klare Mitentscheidungsgewalt bis auf den heutigen Tag, eine bremsende zumeist, gelegentlich auch eine fördernde.
Die Wesensart der Schweizer und die institutionelle Realität ihres Bundesstaates begründen, dass auf der Suche nach eidgenössischen Fehlentscheiden, die voreilig und zum Schaden von Volk und Staatswesen getroffen worden wären, auch akribischer Forscherfleiss schwerlich fündig würde, zur guten Zeit nicht Entschiedenes, lange Verzögertes oder vielleicht ganz und gar Versäumtes hingegen, solche Kapitel bietet die Geschichte der alten wie der neuen Eidgenossenschaft zu allen Zeiten. Waren die Folgen jeweils schmerzlich, aber doch verkraftbar, verhängnisvoll oder doch zu korrigieren? Das Urteil fällt die Geschichte selber – früher oder später, wohl- oder übelwollend, je länger vom Geschehnis weg wohl meist gerechter.

Vom Zeitmass helvetischer Politik
Essays
von von Alfred Wyser

Verlag Universal Frame
Oktober 2008
Broschiert
88 Seiten
Grösse: 20.2 x 12.4 x 1 cm
ISBN 978-3952298183
Euro 17.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten: Vom Zeitmass helvetischer Politik

Unser aktuelles Verlagsprogramm


Vom Zeitmass helvetischer Politik
Essays
von Alfred Wyser

Verlag Universal Frame
Oktober 2008
Broschiert
88 Seiten
Grösse: 20.2 x 12.4 x 1 cm
ISBN 978-3952298183
Euro 17.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Vom Zeitmass helvetischer Politik

 

 



Nikolaus, der Mann aus Myra
Roman
von Jürgen Jesinghaus

 

 

 

 

Verlag Universal Frame
September 2008
Gebundene Ausgabe
306 Seiten
Grösse: 21.6 x 13.2 x 2.6cm
ISBN 978-3952298176
Euro 19.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:
Nikolaus, der Mann aus Myra

 

 



Das Projekt Hannibal
Der Fall Barschel
Thriller
von Eduard Breimann
 

 

 

 

Verlag Universal Frame
September 2007
Gebundene Ausgabe
402 Seiten
Grösse: 22 x 16 x 3.4cm
ISBN 978-3952298145
Euro 19.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Das Projekt Hannibal: Der Fall Barschel

 

 



Erinnerung
1930-1955, Erinnerung an eine Jugend in
außergewöhnlicher Zeit
von Rut Hense

 

 

 

 

Verlag Universal Frame
September 2007
Taschenbuch
160 Seiten
Grösse: 20.8 x 15 x 1 cm
ISBN 978-3952298169
Euro 12.40 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Erinnerung: 1930-1955, Erinnerung an eine Jugend in außergewöhnlicher Zeit

 

 



Das fremde Land
Zwangsarbeiterschicksal gestern und heute
Roman
von Eduard Breimann
 

 

 

 

Verlag Universal Frame
2. Auflage, September 2007
Taschenbuch
324 Seiten
Grösse: 18.8 x 12.4 x 2.2 cm
ISBN 978-3952298152
Euro 16.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Das fremde Land

 

 



Die Fenstergucker
Beobachtungen auf Hessisch
von de Ginder

 

 

 

 

Verlag Universal Frame
September 2005
Taschenbuch
95 Seiten
Grösse: 18.8 x 12 x 0.8 cm
ISBN 978-3952298121
Euro 11.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Die Fenstergucker, Beobachtungen auf Hessisch

 

 



Der Tod hat ein Gesicht
Erzählungen
von Eduard Breimann

 

 

 

 

Verlag Universal Frame
November 2004
Taschenbuch
139 Seiten
Grösse: 18.8 x 12 x 0.8 cm
ISBN 978-3952298114
Euro 11.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Der Tod hat ein Gesicht, Erzählungen

 

 



Die schwarze Katze
Erzählungen
von Eduard Breimann
 

 

 

 

Verlag Universal Frame
November 2004
Taschenbuch
128 Seiten
Grösse: 18.8 x 12 x 0.8 cm
ISBN 978-3952298107
Euro 11.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten:
Die schwarze Katze, Erzählungen

Der Nikolaus, der kein Weihnachtsmann war:

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, im Herbst 2008 ist bei uns erschienen:

von Jürgen Jesinghaus, „Nikolaus, der Mann aus Myra“

Covertext: Fernab von allen Heiligenlegenden, hat Jürgen Jesinghaus ein wunderbares Buch geschrieben, das Jugendlichen und Erwachsenen gleichermassen hohen Lesegenuss bietet.
Dieser Nikolaus ist ein rechtschaffener und praktischer Mann, der die Werte des Christentums lebt, bevor es ihm bewusst ist. Sein Amt als Bischof nimmt er anscheinend nur beiläufig, neben seiner Tätigkeit als Spediteur wahr, vertritt seine Überzeugung aber klug und unerschütterlich, selbst unter der Folter des römischen Geheimdienstes.
Dieses Buch ist überdies ein moderner Bildungsroman, wie selbstverständlich bereichert um mathematische, astronomische und philosophische Themen, Leckerbissen für Wissbegierige.
Jürgen Jesinghaus schildert das Leben im griechischen Lykien, das zur Zeit des Bischofs von Myra, im 4. Jahrhundert nach Christus, zum römischen Reich gehörte, intelligent, feinsinnig und mit hintergründigem Humor.
Ein Roman, der auch durch seine unaufgeregte, gekonnte Sprache zu einer Entdeckung wird.

Waschzetteltext:
Dieser Nikolausroman räumt nicht nur mit allen bisherigen Darstellungen des heiligen Nikolaus auf, das Buch ist eine inhaltsreiche, konkrete und spannende Darstellung des Protagonisten in seiner Zeit.
Schon früh fällt Nik durch seine Redegewandtheit auf, die ihm bei vielen Gelegenheiten hilfreich ist, begonnen bei der drohenden Verurteilung wegen Mordes, bei seiner ersten Wahl zum Bischof, bei einer Begegnung mit Piraten, die sein Schiff kapern wollen, anlässlich des Konzils von Nizäa vor Kaiser Konstantin und auch bei den Auseinandersetzungen mit dem Geheimdienst-Offizier der römischen Herrschaft nach Folterungen, deren ‹intelligente› Methoden dem Repertoire der Jetztzeit gleichen.
Sein Verhalten in diesem Fall lässt ihn an sich selbst – als Christ – zweifeln.
Hier, wie in anderen Zusammenhängen auch, werden Fragen des richtigen Verhaltens, bis hin zur Frage der Befehlsverweigerung, wie Nikolaus sie gesehen haben könnte, aus christlicher und philosophischer Sicht, spannend dargestellt.
Der geschickte Kaufmann und Bischof sah in der Nächstenliebe die eigentliche Aufgabe als Christ. Er distanzierte sich daher von theoretischen theologischen Disputen und gründete lieber Waisen- und Leprosenheime und beschaffte in Notzeiten Getreide für die Hungernden. So findet hier eine der vielen Nikolaus-Legenden, das Weizenwunder, beispielhaft seine praktische Erklärung.
Ein Höhepunkt in seinem Leben ist die Entdeckung eines Briefes seines Lieblings-Evangelisten Lukas in den Felsengräbern von Myra.
Wunderbar, geheimnisvoll und traurig sind seine besonderen Beziehungen zu Frauen, von seiner Frau Zenia, der Fischfrau, bis zur „Königin von Ägypten“.
Seine Vertrautheit mit dem Wissen der griechischen Philosophen fliesst in faszinierende Gespräche ein.

Jürgen Jesinghaus
Nikolaus, der Mann aus Myra
Roman

Verlag Universal Frame
September 2008
Gebundene Ausgabe
306 Seiten
Grösse: 21.6 x 13.2 x 2.6cm
ISBN 978-3952298176
Euro 19.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:
Nikolaus, der Mann aus Myra

Leseprobe 1 (Kapitel 4, Seite 19):
(die durchgängige Schreibweise ss für ß entspricht schweizerischer Orthographie)

Als die Sonne hinter den Felsen verschwand und der Fluss kaum noch zu sehen war, nur durch eine etwas andere Grünfärbung sich von seiner Umgebung abhob, sagte Hanna zu ihrem Sohn:
„Geh jetzt zu ihm und wünsch ihm eine gute Nacht. Die erste Nacht ist die schwerste, danach gewöhnen sie sich allmählich an ihren Zustand.“
Nik richtete seine aufgerissenen Augen auf die Mutter. Sie mochte glauben, dass er sich scheute, in das Zimmer des Toten zu gehen. Darum erklärte sie ihm, wie wichtig es sei, den Toten beizustehen, weil sie wie Neugeborene noch nicht wüssten, sich alleine zurechtzufinden. Er brach in Tränen aus, aber bevor Hanna ihren Auftrag zurücknehmen konnte, wischte er sich das Gesicht und bestand darauf, dem alten Mann, der ihm zugelächelt hatte, eine gute Nacht zu wünschen. Er verschwand in der Dunkelheit, die bis an den Himmel gestiegen war. Zefir folgte ihm.

Nik betrat, seine Hände zu Fäusten geballt, das Gemach des Toten, das halb offen stand. Zefir blaffte. Nik wies ihn fort. Der Hund knurrte, trollte sich aber, als er die Faust des Kindes auf sich gerichtet sah. Eine Fackel blakte zu Füssen der Leiche und warf unruhige Schatten, die ihr Gesicht zu beleben schienen. Nik senkte seine Faust über der Brust des Toten und legte den grünen Stein darauf, den steinernen Käfer. Der eine Reiter sass auf einem Stuhl in dem Teil des Zimmers, wo die Schattenmasse, obwohl aufgewühlt durch die Fackelflamme, die Oberhand über das Licht behielt, so dass Nik ihn nicht bemerkte. Der Mann konnte sich das Verhalten des Kindes nicht erklären und schüttelte nur so für sich selbst den Kopf, aber er schwieg, weil er weder den Toten noch das Kind erschrecken wollte. Denn die Toten, so sagte man in jenem Lande damals, sind schreckhaft, und sie sind es, die frisch Gestorbenen, die sich fürchten und die sich erst allmählich vom Schreck des Sterbens erholen, bevor sie sich, wie die Kinder zum Gehen angelernt, in der jenseitigen Welt zurechtfinden und langsam wieder erwachsen werden.

Leseprobe 2 (Kapitel55, Seite 164 ff)

Seine Ohren rauschten. Sein rechtes Auge war verklebt, sein Kiefer ausgerenkt, sein Körper voller Blutergüsse. Nik atmete flach, weil die gebrochene Rippe ein richtiges Durchatmen nicht zuliess. Er vegetierte jetzt schon fünf Tage auf der Akropolis von Myra. Die ersten zwei Tage hatte man ihn in Ruhe gelassen, scheinbar vergessen. Er war auf den wackeligen Tisch gestiegen, um durch das hoch angebrachte, vergitterte Fenster hinauszusehen.

An den folgenden Tagen hatte man ihn dann geschlagen und die Pausen zwischen den Schlägen dazu genutzt, ihm nahezulegen, sein Christentum heimlich auszuüben, aber dem Kaiser zu huldigen und an seiner Gottheit mindestens öffentlich nicht zu zweifeln. Da er sich geweigert hatte, war er weiter mit Schlägen traktiert worden. Nachts erholte er sich soweit, dass er seinen Entschluss durchzuhalten am nächsten Tag erneuerte. Bald kam ihm der Verdacht, dass seine Peiniger genau das beabsichtigten, um das grausame Spiel auf seine Kosten fortzusetzen.

Der Riegel knarrte. Nik fuhr zusammen. Er spürte den kalten Schweiss auf seiner Stirn. Ein Mann in Zivil betrat den Raum. Nik hatte ihn nie zuvor gesehen.
„Sind Sie vielleicht der sogenannte Bischof von Myra?“
„Bischof von Myra“, lallte Nik.
„Wie belieben?“
„Ich bin …“
„Aha, dann wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir in mein Büro folgen würden. Aber nur, falls es Ihnen nichts ausmacht. Ich kann Ihnen dort vielleicht eine kleine Erfrischung anbieten.“
Nik erhob sich mühsam und hielt sich an der Mauer fest.
„Überanstrengen Sie sich nicht! Sie wissen ja bereits, dass wir über sehr viel Zeit verfügen. Das sollten Sie ruhig nutzen.“

Als sich Nik im Büro hinsetzte, hatte der Mann seine Ironie gegen ein scheinbar freundliches Verhalten eingetauscht. Fast nachdenklich, ohne Schärfe im Ton begann er zu reden. Nik strengte sich an, seine Gedanken von der versprochenen Erfrischung auf die Rede des Mannes zu lenken, der nicht daran dachte, sein Versprechen einzulösen.
„In den letzten Tagen haben Sie eine völlig veraltete Methode der, sagen wir mal, Überredung kennengelernt. So kann man es nicht machen, und Sie werden mir darin Recht geben. Ich selbst bedauere die Vorfälle ausserordentlich, alleine wegen des professionellen Anspruchs gegen meine Funktion. Sehen Sie, meinen Kollegen in Nikomedia ist da ein Fall untergekommen, den sie falsch angepackt haben. Eine Dame namens Barbara wurde von ihrem eigenen Vater angezeigt, der es nicht leiden konnte, dass seine Tochter einer irregeleiteten Sekte anhing. Er wollte nicht hinnehmen, dass sie dem Kaiser vorenthielt, was des Kaisers ist, nämlich gebührende Verehrung und die Anerkennung seiner göttlichen Abstammung. Haben Sie mir nicht selbst gesagt, dass Ihre Sekte den Grundsatz befolgen sollte: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist? Und was müssen wir täglich erleben? Lauter Scherereien, weil Sie und jene Dame wie viele andere ihre eigenen Prinzipien nicht hochhalten. Aber was beklage ich mich! Nun, der Vater, ein Mann namens Dioskuros, hatte seine Tochter sogar in einen Turm gesperrt, um wenigstens die Unschuld ihrer Gedanken zu schützen. Was geschah? Sie entfloh der väterlichen Fürsorge, mit einem Trick übrigens, den meine Kollegen bis heute nicht haben rekonstruieren können. Ich sagte Ihnen ja eingangs, dass man an diesen Fall anders hätte herangehen müssen. Kurz und gut, man fing die junge Dame wieder ein und fragte sie, ob sie jetzt vielleicht Vernunft annehmen möchte. Nein. Na schön, dann passierte das, was zugegebenermassen zu den Kinderkrankheiten unseres Amtes gehörte. Sie wurde körperlich behandelt und ist dabei leider gestorben. Die Details der Behandlung erspare ich Ihnen und mir, weil ich eine lebhafte Fantasie und einen schwachen Magen habe. Ich überlegte mir: Wie liesse sich die Behandlung vermeiden und wie hätte man diese heroische Jungfrau, die sie trotz ihrer 21 Jahren vor der Behandlung gewesen zu sein schien, wie hätte man sie also mit besserem Erfolg überzeugen können, ohne ihr weh zu tun und ohne sie zu verstümmeln? Sie sagen sich vielleicht: Das wird nicht einfach sein, sie besitzt doch keinen Mann und keine Kinder. Aber ich sage Ihnen: Irgendein schwarzgelocktes Kind von der Strasse hätte genügt. Der Behandlung anderer zu widerstehen ist viel schwerer als der eigenen, nicht wahr? Ich nenne das die intellektuelle Methode.“

Nikolaus hatte diesem Mann mit wachsendem Grauen zugehört. Jetzt sprang er auf, ohne auf die Schmerzen zu achten, machte drei Schritte nach vorn, wankte, und im Fallen schlug er dem Mann mit der Faust ins Gesicht, bevor er auf den Steinboden fiel und dort beinahe ohnmächtig liegenblieb.
„Hoppla“, sagte der Getroffene, „das ist keine gute Voraussetzung für weitere Gespräche. Ich halte Ihnen zugute, dass Sie verbittert sind. Ihre körperliche Verfassung gibt mir Anlass zur Besorgnis, deswegen lasse ich einen Arzt holen und Sie soweit kurieren, dass Sie Ihre Kritik verbal äussern können und auf die ungeschickte Pantomime nicht mehr angewiesen sind.“ Er trat Nik in die Rippen und verliess das Zimmer.

Leseprobe 3 (Kapitel81, Seite 276)
Alle Waisenkinder waren vorgestern übungshalber in den alten Eleutherios-Hafen gewandert und hatten dort eine Generalprobe zum Empfang der Kaiserin-Mutter gemacht, Liedchen gesungen, Fähnchen geschwenkt, damit am Tag der Ankunft auch ja nichts schief ginge. Hebe kannte also ungefähr den Weg, und sie rannte die Caracallastrasse hinunter bis zum Hippodrom. Dort vor den eintönigen Kolonnaden und endlos scheinenden Mauern verlor sie ihre Orientierung und begann nun, Leute zu fragen. Zum Hafen? Ja, zu welchem denn, mein Kind? Byzanz ist eine grosse Stadt! Und die Erwachsenen zählten an ihrer Hand ab, welche Häfen alle in Betracht kämen. Was willst du denn dort? Deine Mutter? Soso, achja. Die Kaiserin ist deine Mutter? Was du nicht sagst. Du darfst mich aber nicht anlügen, sonst kann ich dir den Weg nicht zeigen!
„Ich muss zu der Kaiserin!“ rief sie, „die Kaiserin ist meine Mutter! Ich muss zu der Kaiserin!“
Das Kind irrte umher, und immer sprach es von der Kaiserin, die seine Mutter sei  und heute mit dem Schiff von weither komme. Endlich kapierte es jemand. „Die Kaiserin-Mutter, mein Kind, ja die soll heute oder morgen hier eintreffen. Du gehst die Mittelstrasse immer geradeaus und biegst dann an der Xerolophosstrasse links ab zum Eleutherios-Hafen. Kannst du dir das merken? Xe-ro-lo-phos, E-leu-the-ri-os. Da fragst du noch mal. Die meisten Regierungsschiffe landen im Eleutherios, E-leu-therios. Aber es kann natürlich auch sein, dass die alte Kaiserin jetzt schon im Neuhafen anlegt, am Chry-so-ke-ras, dann müsstest du aber in die entgegengesetzte Richtung gehen, warte mal. Du gehst am besten wieder über die Mittelstrasse bis zum Forum, und das Hippodrom lässt du rechts liegen. Oder im Sophienhafen. Dann solltest du allerdings …“
Aber Hebe hatte schon gar nicht mehr hingehört. Der erste Vorschlag des Mannes, die Mittelstrasse nach Westen weiterzugehen, weckten in ihr die Erinnerung an den Hafenbesuch, und sie schritt energisch, den Kopf voran, die Händchen zu Fäusten geballt, durch die Mittelstrasse und bog in die erste Seitengasse, durch die das Wasser der Propontis heraufglänzte. Dort setzte sie sich in Trab, und dann lief sie. Im Hafen vor ihr schwammen bewimpelte Schiffe.
„Die Kaiserin, die Kaiserin!“
Sie rannte. Obwohl ihr die Füsse so weh taten, rannte sie. Upps. Sie prallte gegen die Beine von Tigellinus und fiel plumps auf den Rücken. Sie verzog ihr Mäulchen zu einem Greinen, als der fremde Mann über ihr stand.
„Hier gehts nicht weiter“, sagte Tigellinus und senkte seine Hand hinab, um das Mädchen aufzuheben.
„Hier ist Schluss für heute.“
„Ich muss zu der Kaiserin. Die Kaiserin ist meine Mutter!“
Tigellinus nahm das Mädchen auf den Arm und sagte: „Die Kaiserin-Mutter, das ist die Mutter unseres Kaisers Konstantin. Und wir bewachen sie. Deshalb darf auch niemand hier weitergehen. Auch du nicht.“
„Aber sie ist meine Mutter!“
„Wer kennt sich mit Kindern aus?“ fragte der Wachoffizier in die Runde. Einige Soldaten lachten. „Am Besten, du machst, was sie will. Früher oder später kriegen sie doch alle ihren Willen.“
„Sie will zur Kaiserin!“

Jürgen Jesinghaus
Nikolaus, der Mann aus Myra
Roman

Verlag Universal Frame
September 2008
Gebundene Ausgabe
306 Seiten
Grösse: 21.6 x 13.2 x 2.6cm
ISBN 978-3952298176
Euro 19.80 (D)

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:
Nikolaus, der Mann aus Myra

Go back to top