Adultera

von Jürgen Jesinghaus (copyright)

I.

Einem alten Menschen brauche ich nicht zu erklären, dass die meisten Erscheinungen flüchtig sind, selbst solche mit einer zeitweisen Beständigkeit erscheinen einem Greisen ephemer, weil ihn sein Gedächtnis verlässt und er deshalb die Fülle nicht mehr fasst. Außerdem ist die Welt, die Gesamtheit aller Vorstellungen und Verhältnisse, viel zu groß, als dass wir uns ein zutreffendes Bild von ihr machen könnten. Diese Tatsache ist, nebenbei bemerkt, die Quelle aller Missverständnisse und Anfeindungen. Aber es gibt auch Dinge – ein unzureichendes Wort für das, was ich ausdrücken will – Verhältnisse, Ereignisse, Bilder, Träume, Wünsche, Erlebnisse, Dinge eben, die uns ein Leben lang begleiten und endlich ein Teil von uns selber werden.

Ich erinnere mich so genau an einen Sommerabend meiner Kindheit, als wäre er gestern gewesen. Auf dem staubigen Weg zur Kirche, wo wir nicht rufen und nicht bolzen durften, traf ich Vorbereitungen für ein Spiel, das wir „Stöckchen“ nannten. Wir zogen mit dem Finger oder einem Span zwei Kreise, nicht größer als unsere Arme reichten, wenn wir auf den Fersen hockten. Dann stellten wir uns hinein und versuchten abwechselnd, ein Stöckchen in den Kreis des anderen zu werfen. Anerkannte Treffer wurden durch radiale Striche am eigenen Kreis markiert, so dass der Sieger dastand wie in einem Strahlenkranz.

Mein Spielkamerad war noch nicht eingetroffen. Ich hatte bereits einen Span gefunden und war dabei, den ersten Kreis auf den Weg zu ziehen, da schritt ein fremder Mann an mir vorüber, zuerst sein Schatten, dann er selbst, und blieb vor dem Hauptportal der Kirche stehen. Er hob seinen Kopf, schaute zum Relief des Tympanons empor, nahm seinen Hut vom Kopf, wischte sich mit dem Rücken der Hand, die den Hut festhielt, über die Stirn und vertiefte sich erneut in den Anblick, der uns vertraut war und an dem wir nichts Besonderes fanden. Dann schüttelte er den Kopf, als wäre er mit etwas nicht einverstanden. Ich entschloss mich, dem Mann Auskunft zu geben, wenn er es wünschte, stellte mich neben ihn und blickte abwechselnd auf ihn und auf das Tympanon.

Der Herr, der seinen Hut in der Hand hielt, schaute zu mir hinab, lächelte und setzte seinen Weg fort. Mich ließ er unangesprochen in Betrachtung des Reliefs alleine zurück. Was ich sah? Am linken Zwickel der dreieckigen Supraporte kniet ein Mann, streckt seinen Arm aus und zeichnet mit dem Zeigefinger auf den Boden, wie wir Kinder, wenn wir einen Kreis in den Staub ziehen oder ein Stenogramm hinterlassen, beispielsweise einen Pfeil, um mitzuteilen, in welcher Richtung wir zu finden wären. Hinter ihm stehen zwei Männer, in mehr oder minder gebückter Haltung, die je einen Stein mit ihrer Faust umkrallen und dem knienden Mann über die Schulter glotzen. In der Mitte eine Frau, die ihren Kopf neigt, als würde sie sonst an den Scheitelpunkt des Dreiecks stoßen. Schräg hinter ihr, kleiner als sie, aber muskulös, ein Kerl, der sie am Arm packt. Am rechten Zwickel liegt eine Frau auf den Knien und betet. Im Hintergrund, perspektivisch verkleinert, in einigem Abstand zu den Menschen vorne, ein Mann mit einer Zipfelmütze oder Kapuze, vielleicht ein Polizist, der auf die Frau zeigt, als hätte man sie eines Verbrechens überführt. Schön. Das alles kannte ich. Was war Besonderes daran, dass der Fremde davor stehen blieb und den Kopf schüttelte?

Der Fremde, das stellte sich bald heraus, war unser neuer Klassenlehrer, der aus einem Grund, den ich viel später erfuhr, an unsere Schule versetzt worden war (strafversetzt). Der Mann erkannte mich wieder als den Knirps, der mit ihm zusammen das Relief studiert hatte, und tat so, als wäre ich es gewesen, der als erster etwas Außergewöhnliches daran entdeckt hätte. Er fragte mich, für was ich das Bildnis hielte, und ich entgegnete: für einen Mann, der vor seiner Frau kniet und etwas auf den Weg zeichnet. Vielleicht malt er ihr ein Herz in den Staub? Vielleicht will er Stöckchen spielen?

In der Grundschule sind Lehrer Generalisten, die für alles zuständig sind, für Kunst, Religion, Deutsch, Naturkunde und Gesellschaftslehre. Und so kam es, dass der Neue uns Schülern erklärte, ohne weit von seinem Lehrplan abzuweichen, was die Szene im Tympanon darstellt, nämlich Jesus und die Sünderin, eine Geschichte, die im 8. Kapitel des Johannes-Evangeliums nachzulesen sei. Dort erführen wir, dass Jesus der Sünderin, die gesteinigt werden soll, vergibt, wenn sie Reue zeigt. In der Geschichte heißt es auch, dass Jesus etwas in den Sand schreibt, dann aufsteht und sagt: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Das tut niemand, weil alle Menschen, auch Lehrer, Sünder sind. Die Ankläger und Schergen gehen einer nach dem anderen fort. Jesus beugt sich wieder hinab und schreibt weiter, als wäre nichts gewesen. „Aber was er geschrieben hat, das weiß kein Mensch, das hat uns der Evangelist Johannes nicht verraten.“

Wir sollten Vorschläge machen, selber Texte erfinden, die Christus geschrieben haben könnte. Das wollte der neue Lehrer, von dem wir nun wussten, dass auch er ein Sünder war, über das Wochenende als Hausarbeit aufgeben (damals existierte noch nicht das bildungsfeindliche Verbot der Hausaufgaben als einer unzumutbaren Wochenendarbeit). Wir seien frei in der Wahl unserer Wörter. Auch ein Wort, gut gewählt, genüge. Der beste Text, das beste Wort werde prämiiert und im Kirchenblatt veröffentlicht. „Ihr dürft Jesus spielen. Lasst euch diese Chance nicht entgehen!“

Ich erinnere mich vage an das Ergebnis der häuslichen Arbeiten. Der häufigste Vorschlag besagte, Christus habe seine mündliche Äußerung vom ersten Stein niedergeschrieben. Darin stimmten die meisten Knirpse mit dem Kirchenvater Augustinus überein, der nämlich dasselbe vermutet hatte. Ich hingegen, eines Kirchenvaters unwürdig, behauptete, Christus habe das getan, was viele Menschen, so auch meine Eltern, beim Telefonieren machen, nämlich gekritzelt. Für diese Antwort wurde ich leise getadelt, aber nicht bestraft, denn uns war Meinungsfreiheit zugesichert worden.

Vom künstlerischen Standpunkt, so unser Lehrer, sei die Figurengruppe ein Kuriosum, eigentlich ein Unding, jedenfalls ungewöhnlich und der Ikonografie hohnsprechend. Denn als die wichtigste Figur in der Johannes-Geschichte habe doch Jesus Christus zu gelten und darum hätte er aufrecht in der Mitte des Tympanons stehen müssen, die arme Sünderin ihm zu Füßen! Diese Sichtweise sei die gewöhnliche, die man erwarten dürfe, und darum habe er damals den Kopf geschüttelt, aber auch den Künstler bewundert und über dessen Mut gestaunt, Jesus auf den Knien abzubilden, am Rocksaum einer Sünderin, die aufrecht steht, wenn auch gesenkten Hauptes. Aber vielleicht liegt ja darin der tiefere Sinn, dass sich der Erlöser vor der gequälten Kreatur demütigt? Nun wüssten wir Bescheid und würden das Kirchenportal und sein Tympanon mit anderen Augen sehen und unser Lebtag nicht vergessen.

II.

Die Frage, was Jesus geschrieben haben könnte, beschäftigte manchmal meine Fantasie, auch später noch, als Halbwüchsigen und sogar als Erwachsenen, jedenfalls immer, wenn mich der Zufall oder eine gezielte Gelegenheit vor die Kirche meiner Kindheit führte.

Als junger Dozent an der Technischen Universität in Charlottenburg lernte ich bei einem Besuch im Alten Museum eine Kunsthistorikerin kennen, Benoite, mit der ich glückliche Jahre in Berlin verbrachte. Nach Begegnungen solcher Art, wie bei Benoite und mir, öffnen sich Menschen gegenseitig, sind neugierig aufeinander und saugen alles auf, was der andere über sich und seine Welt berichtet. Bei uns, glücklicherweise, ereignete es sich erst spät, dass wir in unseren Bekenntnissen Wiederholungen entdeckten und die Endlichkeit, ja die Beschränktheit des Kontinents, der für uns der geliebte Mensch ist, erfahren mussten. Zuerst erfüllt uns diese Entdeckung mit Zärtlichkeit, weil wir nun imstande sind, den ganzen Menschen zu begreifen und ihn zu umarmen. Aber im Laufe der Zeit schleicht sich die Langeweile ein. Und das Gefühl der Heimat, der Liebe zu der Insel, auf die wir uns geflüchtet haben, muss sehr groß sein, um ein halbes Menschenleben zu überdauern.

Bald hörte ich, und ich erinnere mich noch an die selige Überraschung, die ich dabei empfunden hatte, dass sich Benoites kunsthistorische Doktorarbeit um mein von Kindheit an vertrautes Thema dreht: „Die Darstellung der Pericope Adulterae in der bildenden Kunst“. Man sollte nicht glauben, dass ein Mensch über diesen Gegenstand ganze 700 Seiten schreiben kann, die Abbildungen, zugegebenermaßen, mitgerechnet. Das Buch erschien in einem großen deutschen Verlag, und ich bin stolz darauf, das 290te Exemplar von Tausend in Druck gegangenen zu besitzen.

Etliche Künstler haben sich Mühe gegeben (darunter Jacopo Tintoretto, Pieter Brueghel der Ältere und Nicolas Poussin), nicht nur den schreibenden Jesus zu malen, den Faltenwurf seines Rocks, seine Sandalen, seine Haare, seine schlanke, zum Klavierspielen wie geschaffene Hand, sondern auch den Text, den sein Zeigefinger in den Staub des Tempels oder in den Sand des Vorhofs zeichnet. Ich will den Leser nicht mit den vielen Erfindungen der Maler strapazieren, sondern nur zwei Beispiele herausgreifen.

Eine ottonische Buchmalerei, um das Jahr 1000 entstanden, zeigt Jesus, wie er den lateinischen Satz schreibt: terra terram accusat. Das zweite ist ein Fenster der Sint-Jans-Kerk in Gouda um das Jahr 1600. Jesus schreibt, auf dem Glas deutlich erkennbar, den berühmten Satz vom ersten Stein: Wie onder u zonder zonde is, die werpe de eerste steen op (aus einem Grund, den Benoite sich auch nicht erklären konnte, fehlt auf dem Fenster das letzte Wörtchen „haar“).

Wir diskutierten viel: über Gott und die Welt, darüber, wer urteilen und wer verurteilen darf und was Schuld, was Gerechtigkeit sei. Terra terram accusat – die Welt klagt die Welt an, das Irdische verklagt das Irdische. Das Himmlische klagt nicht an? Schwebt die Vorstellung eines Jüngsten Gerichts nicht bedrohlich über den Häuptern frommer Christen, solcher, die dazu neigen, die Schrift wörtlich auszulegen? Wir diskutierten bis in die Nächte, gerecht, wie wir waren, selbstgerecht, Verächter der Gesinnungsethik, Verfechter der Verantwortlichkeit und darum auch Anhänger der Politik, einer zwar besseren Politik als die jeweils praktizierte, aber doch des politischen Handelns. Darum war es für uns selbstverständlich, dass es Menschen aufgegeben ist, Recht zu schaffen, Recht zu sprechen und auch Mitmenschen zu verurteilen. Sich das aufzubürden, bedeutete Verantwortungsethik für uns.

Die andere Form der Ethik war uns verächtlich, nämlich so zu tun, als stünde es Menschen nicht zu, Gesetze aufzurichten, Verträge zu schließen, Urteile zu fällen und Strafen zu verhängen. Als ob es Sache nur des Himmels wäre, Gesetzestafeln unter das Volk zu bringen und Sünder zu verurteilen. Als ob sich ein Staat durch 10 Gebote regeln ließe, wovon die Hälfte, die von Gott handelt, uns als unwichtig galt. Christus ein Gesinnungsethiker? Ein Chiliast, jemand, der das Ende aller Tage für gekommen hält, der kann sehr wohl alles dem Himmel überlassen. Wir glaubten zwar nicht an den Sohn Gottes, aber wir sympathisierten mit ihm. Darum war er für uns kein „Gutmensch“, niemand, der mit überbordender Gesinnung anderen auf die Füße tritt. Wir sagten uns: Er war Politiker. Der konnte schlichten, der konnte entscheiden.

Wer weiß, was er in den Sand geschrieben hat! Niemand aus den ersten Jahrhunderten hat es überliefert. Selbst wenn man die Antwort darauf in den Tonkrügen eines Fellachendorfs fände, was würde sie glaubhafter machen als die Erfindungen der vielen Maler, deren Fantasie den Pinsel geführt und die Schriftzüge entworfen hat? Was man nicht wissen kann, darüber soll man schweigen. Dies oder etwas Ähnliches rät uns der Philosoph Wittgenstein. Aber die Kunst ist frei. Der Maler darf auf Niederländisch, Italienisch und Lateinisch in den gemalten Sand eines gemalten Tempels durch eine gemalte Hand schreiben lassen, was er will. Benoite hat mit ihrem kunsthistorischen Buch über die Adultera-Malerei auch ein Gleichnis der Geschichtswissenschaft gestiftet. Über wie Vieles wissen Historiker nicht Bescheid! Und kommentieren doch Ereignisse, über die sie nichts wissen können, teils geistreich, teils blumig, teils propagandistisch – wie die Maler.

III.

Am Ende meines Lebens, von vielen Pflichten befreit, und so gesund, dass ich noch reisen konnte, erfüllte ich mir einen Wunsch, der mich seit der Begegnung mit Benoite begleitet hatte, nämlich ins Veneto zu reisen, die Kunststadt Venedig zu sehen und das Küstengebiet zwischen der Lagune und Triest zu erkunden. In einem Dorf, dessen Namen ich vergessen habe (und den ich aus meinen Aufzeichnungen herausfischen müsste), in einem Ort nicht weit von Portogruaro entdeckte ich eine Kirche „San Giovanni“, die mich an die Pericope de Adultera erinnerte. Ich betrat das dunkle Gemäuer und erkannte nichts, was einen Kunstbeflissenen begeistert hätte. Die Seitenkapellen waren mit Nacht vollgestopft. Aus Enttäuschung darüber blitzte ich mit meiner Digitalkamera in eine der schwarzen Höhlen hinein, um die Dunkelheit zu zerreißen. Ein Akt des Protestes. Ich verließ die Kirche in gedrückter Stimmung und fühlte mich schuldig, als hätte ich etwas getan, was mir nicht zusteht, als hätte ich einen Vorhang zerrissen und nicht nur für den Bruchteil einer Sekunde die stets nachwachsende Dunkelheit, die keine Narben des Lichts hinterlässt. Im Gasthof gewahrte ich bei der Durchsicht der Bilder des Tages das Ergebnis meines barbarischen Angriffs auf die Seitenkapelle: ein Triptychon mit einem gleißenden Kreis, dem Reflex des Blitzlichts, so dass ich die dargestellte Szene nur erahnen konnte. Aber gut erkennbar war ein Schriftzug.

Am nächsten Tag besuchte ich San Giovanni abermals, diesmal in Begleitung des Küsters, der mich schweigend zur Seitenkapelle führte und dort ein spärliches elektrisches Licht anknipste. Da sah ich die Adultera. Auf dem linken Flügelbild erkannte ich Jesus, wie er einen Text schreibt, der für mich schwer zu lesen war (auf den Kopf gestelltes Latein). Im Mittelbild steht Jesus neben der angeklagten Frau und spricht zu den Schriftgelehrten den Satz, der als ein schmaler, geschwungener Wimpel aus dem Mund des Sprechers weht: Chi di voi e senza peccato, scagli per primo la pietra contro di lei. Der Küster brauchte es mir nicht ins Deutsche zu übersetzen (obwohl er es gekonnt hätte, denn er stammt aus dem nördlichen Friaul), weil mir dieser Text in fast jeder europäischen Sprache geläufig ist. Auf dem rechten Flügelbild Jesus wieder in gebückter Haltung, abermals einen lateinischen Satz vollendend (erkennbar an der wie gemeißelten imperialen Schrift). Ich durfte das Altarbild fotografieren, als Ganzes und in Teilen. Ich bedankte mich durch ein (wie ich fand) großzügiges Entgelt, das ich für die Armen bestimmte, zu denen sich nach Belieben auch der Küster rechnen mochte.

Zu Hause habe ich die Früchte meiner Reise sortiert. Die Fotos aus der Kirche San Giovanni sind auf meinem Laptop gespeichert. Sie lassen sich auf dem Monitor vergrößern, hin- und herwenden und auch auf den Kopf stellen, so dass ich bequem entziffern kann, was Jesus schreibt. Links: DILIGES DOMINUM DEUM TUUM IN TOTO CORDE (liebe Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen) und rechts: DILIGES PROXIMUM TUUM SICUT TE IPSUM (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst). Das also ist des Rätsels Lösung! Der unbekannte Maler (der Küster konnte mir nichts über ihn berichten) hatte tiefer erfasst als alle Kirchenväter und wir Kinder (und ganz besonders ich), was Christus mit seinem Finger in den Sand schreibt: Die Summe der Lehre. Links: Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten (du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht falsch bezeugen), ein Fingerzeig an die Frau und die Schriftgelehrten gleichermaßen! Und rechts: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch. Denn (schreibt Paulus an die Galater) das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem ‘Liebe deinen Nächsten wie dich selbst’.

Jesus hätte nichts geschrieben? Doch. Dieses eine Mal, Zitate aus der Thora: die Quintessenz seiner Lehre und der des Moses. Mehr brauchte er nicht zu schreiben. Alles andere ist Beiwerk, war bereits geschrieben worden oder würde durch seine Anhänger aufgezeichnet werden. Meine Geliebte Benoite ist tot. Ich musste sie überleben. Wie gerne hätte ich mit ihr über meine Entdeckung gesprochen! Und wie gerne hätte sie zwei, vielleicht zehn Seiten an ihr Buch gehängt, um in einer Neuauflage einen unbekannten Maler und seine geistreiche Interpretation ins rechte Licht zu rücken! Ich brauchte ein siebzigjähriges Leben, um in dem, was ich als Kind für Gekritzel gehalten hatte, die Summe der Lehre zu erkennen.

Aber warum in den Sand geschrieben? Weil alles in den Sand geschrieben ist.

Ein Kommentar zu Adultera

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