Treulos
von Paola Reinhardt (copyright)
Ich steh weinend am Ufer und sehe ihr nach
wie sie allmählich im Nebelland verschwindet
meine schöne Geliebte die treulose Christine
sie trägt hohe Schuhe und ein Kleid aus Reif,
fühlt sich hörig dem brüchigen Eis und dem Winter
Diese Sprache verstehe ich nicht das weiß sie
bin ein toter Baum unter Bäumen doch sie lacht
Eis fällt auf meinen Mantelkragen und ich schweige
warte bis mich die Schollen am Ufer vertreiben
und der Wind mich heim jagt über das offene Feld
höre den Ruf der aufgeschreckten Krähen über mir
und fliehe entsetzt vor dem Morgen in die Stadt
dort suche ich verzweifelt in allen Bars nach ihr
wo sie sich gern mit anderen Männern vergnügt
warum kann ich sie nicht einfach vergessen!