Die Trophäe

von Tom Delißen (copyright)

General Houster blickte zufrieden auf die Trophäe. Der ausgeweidete, fein säuberlich gehäutete Kadaver lag noch auf einem Schiebeblech in der Kühlung des Transporters. Das Haupt hatte man mit Kunststoff ausgegossen. Es prangte nun als unübersehbares Prachtstück seiner Sammlung, mit seiner gewaltigen Mähne, dem beunruhigend entblößten Gebiss über dem künstlichen Kamin.
Der Präparator hatte ein wenig nachgeholfen, den Zügen etwas hinterhältig brutales gegeben. 
Ein Wesenszug, den der General zu schätzen wusste. Der Ausdruck, der zugleich morbide und auch hasserfüllt wirkte, schlicht furchteinflössend.
Das Fleisch des Tieres alleine würde ihn zum reichen Mann machen.
Eine unbezahlbare Spezialität.
Die Haut, – nicht auszudenken.
Der Schädel mit der Mähne würde ihn zu einem der einflussreichsten Moguln seiner Stadt befördern.
Er räusperte sich, das Gemurmel im Raum erstarb, alle Blicke hefteten sich auf Houster.
„Es war verdammt schwer, das Vieh zu erwischen. War mit allen Wassern gewaschen. Immer einen Schritt voraus. Jagten ihn um diesen ganzen blauen Planeten. “
Er lächelte grimmig bei der Erinnerung.
“Einmal hat dieses Biest es tatsächlich geschafft, unsere komplette Energieversorgung lahm zu legen. Wäre in der Falle gesessen. Ist entkommen, das Viech.“
„Aber dann“, sein metallisch schimmernder Bart zitterte, „stand ich ihm gegenüber. Allein. Auge in Auge.“
Er stach mit dem Finger in die Luft.
„Du! Habe ich zu dem Monster gesagt, – jetzt ist dein Dasein zu Ende!“
Die Gesichtszüge des Generals ließen einen Hauch von Traurigkeit erkennen.
„Und dieses Tier sah mich an, ohne mich zu attackieren, sah mich an, mit seinen braunen Augen, wissend.“
Er schniefte. „Ich habe abgedrückt. Gut getroffen. es war sofort tot. Unbeschädigt.“
Er schlug sich mit seinen unförmigen Auswüchsen auf seine Art von Oberschenkeln.
„Muss man sich mal vorstellen, der wirklich allerletzte Mensch!“

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