Der Sinn hinter den Zeilen …

von Tom Delißen (copyright)

So hat sich die Frage gestellt, worin der Sinn einer Tätigkeit liegt, die scheinbar nur Gedanken auf Datenträger, sei es nun Papier oder Plastik oder Metall, reflektiert?
Was kann die Bedeutung ausmachen, die einen Menschen dazu bringt, ihn mit unsichtbaren Händen vorantreibt, Zeile um Zeile niederzuschreiben?
Es soll hier die Rede sein von Texten, die den Anspruch haben, zu verändern oder zumindest
aufzuzeigen.
Was also kann so eminent wichtig sein?
Es ist mit einem Wort gesagt:
Freiheit!
Es ist der im Unterbewusstsein verankerte Drang zur Ungebundenheit, Nichtbevormundung, zur Liberté. Wenn wir die Strukturen unserer Zeit verstehen, sie sehen und beschreiben können, sei es auch nur in aller Subjektivität, kommen wir diesem Gefühl ein klein wenig näher.
Und was das Wichtigste ist, – die Einsichten, Durchsichten werden manifestiert, greifbar, ja auch angreifbar. Das wiederum, könnte man nun prosaisch meinen, bedeutet Krieg, zumindest Auseinandersetzung. Schön wäre es, wenn der Fall so einfach gelagert wäre.
Mit wem setzen wir uns als schaffende Künstler auseinander? Wen wollen wir begreifen machen? Die anderen, will heißen die Gesellschaft. Gute Literatur ist immer vollkommen anders, neu. Fällt aus vorgegebenen Rahmen. Nur dann erreicht sie die Masse, tangiert sie.
Darum, weil sie neu ist und beeinflusst, ist sie Ziel von Ausgrenzung, Beschneidung, Zensur durch die Gegenseite.
Doch sind diese archaischen Mittel beileibe nicht deren einzigen Waffen. Die globale Elite geht viel subtiler vor. Marx sagt:
“Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d. h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.“

Was heißt das für uns? Die, die herstellen lassen, produzieren genau das, was sie zur Machterhaltung benötigen, sogar mit intellektuellen Widerhaken versehen.

„Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit desgleichen über die Mittel zur geistigen Produktion, so dass ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen und materiellen Produktion abgehen, unterworfen sind.“

Eine fast anarchistische Tatsache. Was anderes kann uns die Kraft geben, gegen die Strömungen zu schwimmen, gegen die Ideologie anzuschreiben, die eine, auf ein gewinnmaximierendes Fundament gestellte Weltordnung apostuliert, die in Grautönen gehalten ist, die aus Plastik besteht, die die Erde und ihre Geschöpfe gnadenlos vernichtet, die jedwede inneren Werte, so sie nicht zu vermarkten sind, vermissen lässt?

Wilhelm Reich schreibt:
„Dass die imperialistische Ideologie die Strukturen der werktätigen Massen konkret im Sinne des Imperialismus veränderte …“

Es geht darum, diese Veränderung zu verändern, aufzuwecken, zu erinnern, zu vergegenwärtigen! Dies ist die Quelle der Kraft.

„Dass jede Gesellschaftsordnung sich in den Massen ihrer Mitglieder diejenigen Strukturen erzeugt, die sie für ihre Hauptziele braucht …“

Es gilt diese Ziele zu erkennen, anderen zu helfen, die Manipulation der sie unterworfen sind, ihr „manipuliert sein“ erkennen zu können.

„Auch die Widersprüche der ökonomischen Struktur einer Gesellschaft sind in den massenpsychologischen Strukturen der Unterdrückten verankert …“

Wir müssen deshalb mit großer Sorgfalt, größtmöglichem Wissen und mit Hilfe von erfahrenen Menschen, gegen einen nur sehr schwer greifbaren Geist der Destruktion arbeiten, denn auch Zweifel gegenüber diesen Wahrheiten über die restriktive Beeinflussung durch das Monopol, scheinbare Widersprüche, (die vertuschen und vernebeln), sind in diesen Strukturen schon impliziert, wahrlich, an Intelligenz mangelt es den Herrschenden mit Sicherheit nicht.

Schreibt, publiziert, lest vor!

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